Kaum ein Wort kommt in der Bibel so oft vor wie die Liebe. Sie beschreibt, wie Gott zu den Menschen steht, wie Menschen miteinander umgehen sollen und was zwei Menschen verbindet, die ihr Leben teilen. Diese Sammlung ordnet die bekanntesten Stellen nach Themen. Jeder Vers steht im Wortlaut der Lutherbibel von 1912 und führt zur Seite des Verses, auf der auch der lateinische Text der Vulgata zu lesen ist.
Das Hohelied der Liebe: 1. Korinther 13
Der berühmteste Text der Bibel über die Liebe stammt von Paulus. Das 13. Kapitel des ersten Korintherbriefs wird bei Trauungen so oft gelesen, dass viele es für ein Hochzeitsgedicht halten. Paulus schreibt es aber an eine zerstrittene Gemeinde und erklärt ihr, was ohne Liebe nichts wert ist.
4Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie blähet sich nicht, 5sie stellet sich nicht ungebärdig, sie suchet nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6sie freut sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber der Wahrheit; 7sie verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles.
Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.
Das ganze Kapitel steht unter 1. Korinther 13. Es beginnt mit dem Satz, dass Reden ohne Liebe nur ein tönendes Erz und eine klingende Schelle sei.
Gott ist die Liebe
Der erste Johannesbrief bringt auf drei Worte, was das Neue Testament über Gott sagt. Liebe ist hier keine Eigenschaft unter vielen, sondern das Wesen Gottes selbst.
Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.
7Ihr Lieben, lasset uns untereinander liebhaben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebhat, der ist von Gott geboren und kennt Gott. 8Wer nicht liebhat, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe.
Lasset uns ihn lieben; denn er hat uns zuerst geliebt.
Der meistgesuchte Bibelvers der Welt gehört ebenfalls hierher. Er fasst in einem Satz zusammen, was Gottes Liebe tut:
Also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Paulus beschreibt dieselbe Liebe als etwas, das durch nichts zu trennen ist, und der Prophet Jeremia hört sie als Zusage Gottes an sein Volk:
38Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, 39weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm HERRN.
Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.
Das Gebot der Liebe
Auf die Frage nach dem wichtigsten Gebot antwortet Jesus mit zwei Sätzen aus dem Alten Testament: der Liebe zu Gott aus 5. Mose 6,5 und der Nächstenliebe aus 3. Mose 19,18.
37Jesus aber sprach zu ihm: "Du sollst lieben Gott, deinen HERRN, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte." 38Dies ist das vornehmste und größte Gebot. 39Das andere aber ist ihm gleich: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
Beim letzten Abendmahl gibt Jesus seinen Jüngern ein neues Gebot. Der Maßstab ist nun nicht mehr die Selbstliebe, sondern seine eigene Liebe:
Ein neu Gebot gebe ich euch, daß ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebt habe, auf daß auch ihr einander liebhabet.
12Das ist mein Gebot, daß ihr euch untereinander liebet, gleichwie ich euch liebe. 13Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde.
Die Briefe des Neuen Testaments übersetzen dieses Gebot in den Alltag der Gemeinden:
9Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an. 10Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.
Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.
So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber habt untereinander eine inbrünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge.
Meine Kindlein, laßt uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.
Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen!
Liebe zwischen zwei Menschen
Die Bibel beginnt mit der Feststellung, dass der Mensch nicht allein sein soll. Aus ihr folgt der Satz, der bis heute in fast jeder Trauung gesprochen wird:
Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.
Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch.
Das Hohelied ist das einzige Buch der Bibel, das ausschließlich von der Liebe zwischen Mann und Frau handelt. Es ist eine Sammlung von Liebesliedern, ohne Lehre und ohne Gebot. Sein bekanntester Abschnitt beschreibt, wie stark Liebe ist:
6Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz und wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod, und ihr Eifer ist fest wie die Hölle. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, 7daß auch viele Wasser nicht mögen die Liebe auslöschen noch die Ströme sie ertränken. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so gölte es alles nichts.
Mein Freund ist mein, und ich bin sein, der unter Rosen weidet.
Der Prediger Salomo nennt nüchtern, warum es besser ist, zu zweit zu sein. Die dreifältige Schnur am Ende wird oft so gedeutet, dass Gott der dritte Strang in einer Ehe ist:
9So ist's ja besser zwei als eins; denn sie genießen doch ihrer Arbeit wohl. 10Fällt ihrer einer so hilft ihm sein Gesell auf. Weh dem, der allein ist! Wenn er fällt, so ist keiner da, der ihm aufhelfe. 11Auch wenn zwei beieinander liegen, wärmen sie sich; wie kann ein einzelner warm werden? 12Einer mag überwältigt werden, aber zwei mögen widerstehen; und eine dreifältige Schnur reißt nicht leicht entzwei.
Und Rut spricht den vielleicht schönsten Treueschwur der Bibel, nicht zu einem Mann, sondern zu ihrer Schwiegermutter Noomi:
Ruth antwortete: Rede mir nicht ein, daß ich dich verlassen sollte und von dir umkehren. Wo du hin gehst, da will ich auch hin gehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.
Kurze Verse für Karten und Trausprüche
Für Hochzeitskarten, Trausprüche oder ein Lesezeichen eignen sich kurze Stellen, die auch ohne Zusammenhang verständlich sind:
- 1. Korinther 13,13: Glaube, Hoffnung, Liebe, und die Liebe ist die größte.
- 1. Johannes 4,16: Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott.
- 1. Korinther 16,14: Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen.
- Kolosser 3,14: Die Liebe als Band der Vollkommenheit.
- Hohelied 2,16: Mein Freund ist mein, und ich bin sein.
- Rut 1,16: Wo du hingehst, da will ich auch hingehen.
- Prediger 4,12: Eine dreifältige Schnur reißt nicht leicht entzwei.
- Sprüche 17,17: Ein Freund liebt allezeit.
- Galater 5,22: Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede.
Ein Wort zum Wortlaut
Die Verse auf dieser Seite stehen in der Lutherbibel von 1912. Sie ist gemeinfrei und darf frei zitiert und weitergegeben werden. Neuere Übersetzungen klingen an manchen Stellen glatter, etwa „die Liebe ist geduldig“ statt „die Liebe ist langmütig“. Wer einen Vers für eine Karte oder eine Trauung verwendet, kann den Wortlaut der Übersetzung wählen, die ihm vertraut ist, und die Stellenangabe dazuschreiben.
Wer die Verse über die Liebe nicht nur lesen, sondern einen Menschen finden möchte, der denselben Glauben teilt, findet auf christlich-verliebt.de eine Partnersuche für Christen.