Evangelium nach Markus Kapitel 5

VersDeutsch Luther 1912Latein Vulgata
1Und sie kamen jenseits des Meers in die Gegend der Gadarener.Et venerunt trans fretum maris in regionem Gerasenorum.
2Und als er aus dem Schiff trat, lief ihm alsbald entgegen aus den Gräbern ein besessener Mensch mit einem unsaubern Geist,Et exeunti ei de navi, statim occurrit de monumentis homo in spiritu immundo,
3der seine Wohnung in den Gräbern hatte; und niemand konnte ihn binden, auch nicht mit Ketten.qui domicilium habebat in monumentis, et neque catenis jam quisquam poterat eum ligare:
4Denn er war oft mit Fesseln und Ketten gebunden gewesen, und hatte die Ketten abgerissen und die Fesseln zerrieben; und niemand konnte ihn zähmen.quoniam sæpe compedibus et catenis vinctus, dirupisset catenas, et compedes comminuisset, et nemo poterat eum domare:
5Und er war allezeit, Tag und Nacht, auf den Bergen und in den Gräbern, schrie und schlug sich mit Steinen.et semper die ac nocte in monumentis, et in montibus erat, clamans, et concidens se lapidibus.
6Da er aber Jesum sah von ferne, lief er zu und fiel vor ihm nieder, schrie laut und sprach:Videns autem Jesum a longe, cucurrit, et adoravit eum:
7Was habe ich mit dir zu tun, o Jesu, du Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, daß du mich nicht quälest!et clamans voce magna dixit: Quid mihi et tibi, Jesu Fili Dei altissimi? adjuro te per Deum, ne me torqueas.
8Denn er sprach zu ihm: Fahre aus, du unsauberer Geist, von dem Menschen!Dicebat enim illi: Exi spiritus immunde ab homine.
9Und er fragte ihn: Wie heißt du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich; denn wir sind unser viele.Et interrogabat eum: Quod tibi nomen est? Et dicit ei: Legio mihi nomen est, quia multi sumus.
10Und er bat ihn sehr, daß er sie nicht aus der Gegend triebe.Et deprecabatur eum multum, ne se expelleret extra regionem.
11Und es war daselbst an den Bergen eine große Herde Säue auf der Weide.Erat autem ibi circa montem grex porcorum magnus, pascens.
12Und die Teufel baten ihn alle und sprachen: Laß uns in die Säue fahren!Et deprecabantur eum spiritus, dicentes: Mitte nos in porcos ut in eos introëamus.
13Und alsbald erlaubte es ihnen Jesus. Da fuhren die unsauberen Geister aus und fuhren in die Säue; und die Herde stürzte sich von dem Abhang ins Meer (ihrer waren aber bei zweitausend) und ersoffen im Meer.Et concessit eis statim Jesus. Et exeuntes spiritus immundi introierunt in porcos: et magno impetu grex præcipitatus est in mare ad duo millia, et suffocati sunt in mari.
14Und die Sauhirten flohen und verkündigten das in der Stadt und auf dem Lande. Und sie gingen hinaus, zu sehen, was da geschehen war,Qui autem pascebant eos, fugerunt, et nuntiaverunt in civitatem et in agros. Et egressi sunt videre quid esset factum:
15und kamen zu Jesu und sahen den, der von den Teufeln besessen war, daß er saß und war bekleidet und vernünftig, und fürchteten sich.et veniunt ad Jesum: et vident illum qui a dæmonio vexabatur, sedentem, vestitum, et sanæ mentis, et timuerunt.
16Und die es gesehen hatten, sagten ihnen, was dem Besessenen widerfahren war, und von den Säuen.Et narraverunt illis, qui viderant, qualiter factum esset ei qui dæmonium habuerat, et de porcis.
17Und sie fingen an und baten ihn, daß er aus ihrer Gegend zöge.Et rogare cœperunt eum ut discederet de finibus eorum.
18Und da er in das Schiff trat, bat ihn der Besessene, daß er möchte bei ihm sein.Cumque ascenderet navim, cœpit illum deprecari, qui a dæmonio vexatus fuerat, ut esset cum illo,
19Aber Jesus ließ es nicht zu, sondern sprach zu ihm: Gehe hin in dein Haus und zu den Deinen und verkündige ihnen, wie große Wohltat dir der HERR getan und sich deiner erbarmt hat.et non admisit eum, sed ait illi: Vade in domum tuam ad tuos, et annuntia illis quanta tibi Dominus fecerit, et misertus sit tui.
20Und er ging hin und fing an, auszurufen in den zehn Städten, wie große Wohltat ihm Jesus getan hatte; und jedermann verwunderte sich.Et abiit, et cœpit prædicare in Decapoli, quanta sibi fecisset Jesus: et omnes mirabantur.
21Und da Jesus wieder herüberfuhr im Schiff, versammelte sich viel Volks zu ihm, und er war an dem Meer.Et cum transcendisset Jesus in navi rursum trans fretum, convenit turba multa ad eum, et erat circa mare.
22Und siehe, da kam der Obersten einer von der Schule, mit Namen Jairus; und da er ihn sah, fiel er ihm zu FüßenEt venit quidam de archisynagogis nomine Jairus, et videns eum procidit ad pedes ejus,
23und bat ihn sehr und sprach: Meine Tochter ist in den letzten Zügen; Du wollest kommen und deine Hand auf sie legen, daß sie gesund werde und lebe.et deprecabatur eum multum, dicens: Quoniam filia mea in extremis est, veni, impone manum super eam, ut salva sit, et vivat.
24Und er ging hin mit ihm; und es folgte ihm viel Volks nach, und sie drängten ihn.Et abiit cum illo, et sequebatur eum turba multa, et comprimebant eum.
25Und da war ein Weib, das hatte den Blutgang zwölf Jahre gehabtEt mulier, quæ erat in profluvio sanguinis annis duodecim,
26und viel erlitten von vielen Ärzten und hatte all ihr Gut darob verzehrt, und half ihr nichts, sondern vielmehr ward es ärger mit ihr.et fuerat multa perpessa a compluribus medicis: et erogaverat omnia sua, nec quidquam profecerat, sed magis deterius habebat:
27Da die von Jesu hörte, kam sie im Volk von hintenzu und rührte sein Kleid an.cum audisset de Jesu, venit in turba retro, et tetigit vestimentum ejus:
28Denn sie sprach: Wenn ich nur sein Kleid möchte anrühren, so würde ich gesund.dicebat enim: Quia si vel vestimentum ejus tetigero, salva ero.
29Und alsbald vertrocknete der Brunnen ihres Bluts; und sie fühlte es am Leibe, daß sie von ihrer Plage war gesund geworden.Et confestim siccatus est fons sanguinis ejus: et sensit corpore quia sanata esset a plaga.
30Und Jesus fühlte alsbald an sich selbst die Kraft, die von ihm ausgegangen war, und wandte sich um zum Volk und sprach: Wer hat meine Kleider angerührt?Et statim Jesus in semetipso cognoscens virtutem quæ exierat de illo, conversus ad turbam, aiebat: Quis tetigit vestimenta mea?
31Und die Jünger sprachen zu ihm: Du siehst, daß dich das Volk drängt, und sprichst: Wer hat mich angerührt?Et dicebant ei discipuli sui: Vides turbam comprimentem te, et dicis: Quis me tetigit?
32Und er sah sich um nach der, die das getan hatte.Et circumspiciebat videre eam, quæ hoc fecerat.
33Das Weib aber fürchtete sich und zitterte (denn sie wußte, was an ihr geschehen war), kam und fiel vor ihm nieder und sagte die ganze Wahrheit.Mulier vero timens et tremens, sciens quod factum esset in se, venit et procidit ante eum, et dixit ei omnem veritatem.
34Er sprach aber zu ihr; Meine Tochter, Dein Glaube hat dich gesund gemacht; gehe hin mit Frieden und sei gesund von deiner Plage!Ille autem dixit ei: Filia, fides tua te salvam fecit: vade in pace, et esto sana a plaga tua.
35Da er noch also redete, kamen etliche vom Gesinde des Obersten der Schule und sprachen: Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du weiter den Meister?Adhuc eo loquente, veniunt ab archisynagogo, dicentes: Quia filia tua mortua est: quid ultra vexas magistrum?
36Jesus aber hörte alsbald die Rede, die da gesagt ward, und sprach zu dem Obersten der Schule: Fürchte dich nicht, glaube nur!Jesus autem audito verbo quod dicebatur, ait archisynagogo: Noli timere: tantummodo crede.
37Und ließ niemand ihm nachfolgen denn Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus.Et non admisit quemquam se sequi nisi Petrum, et Jacobum, et Joannem fratrem Jacobi.
38Und er kam in das Haus des Obersten der Schule und sah das Getümmel und die da weinten und heulten.Et veniunt in domum archisynagogi, et videt tumultum, et flentes, et ejulantes multum.
39Und er ging hinein und sprach zu ihnen: Was tummelt und weinet ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn.Et ingressus, ait illis: Quid turbamini, et ploratis? puella non est mortua, sed dormit.
40Und er trieb sie alle aus und nahm mit sich den Vater des Kindes und die Mutter die bei ihm waren, und ging hinein, da das Kind lag,Et irridebant eum. Ipse vero ejectis omnibus assumit patrem, et matrem puellæ, et qui secum erant, et ingreditur ubi puella erat jacens.
41und ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihr: Talitha kumi! das ist verdolmetscht: Mägdlein, ich sage dir stehe auf!Et tenens manum puellæ, ait illi: Talitha cumi, quod est interpretatum: Puella (tibi dico), surge.
42Und alsbald stand das Mägdlein auf und wandelte; es war aber zwölf Jahre alt. Und sie entsetzten sich über die Maßen.Et confestim surrexit puella, et ambulabat: erat autem annorum duodecim: et obstupuerunt stupore magno.
43Und er verbot ihnen hart, daß es niemand wissen sollte, und sagte, sie sollten ihr zu essen geben.Et præcepit illis vehementer ut nemo id sciret: et dixit dari illi manducare.